Mise en scène
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Der Begriff Mise en scène bezieht sich auf diejenigen Aspekte der filmischen Zeichen, die nichts zu tun haben mit der technischen Produktion eines Filmes, sondern die eher das Arrangement des Abgebildeten selbst betreffen. Die Analyse der Mise en scène beschäftigt sich also damit, was in einem Bild zu sehen ist und wie es präsentiert wird.
Bei der Mise en scène handelt es sich wohl um eines der ältesten Ausdrucksmittel des Filmes, was aufgrund der damals noch nicht fortgeschrittenen Technik eigentlich auch kein Wunder ist. Gewisse Parallelen zum Theater, welches sich schliesslich primär auf die Gestaltung und Kontrolle der abgebildeten Welt konzentriert, sind vorhanden.
Die Mise en scène arbeitet folglich nicht mit Schnitten oder anderen Montagemodi, sondern erzeugt den Gesamt-Bildeindruck durch die simultane Zusammenfügung einzelner Bildinhalte. Daraus folgert, dass es sich bei der Mise en scène um eine vorfilmische Konstruktion (Arrangement der abzubildenden Dinge) handelt.
Innere Montage??? -> was ist das?
Ganz allgemein ist unter Mise en scène die Organisation des Bildinhalts zu verstehen; das Arrangement der einzelnen Bildelemente ist in dieser Hinsicht also immer als planvoll und damit als bedeutungstragend anzusehen. Dabei beeinflussen die Kamerahandlungen (Kamerabewegung, Perspektive, Einstellungsgrößen, Objektive, usw.) die Mise en scène unmittelbar; sie sind deshalb bei der Analyse der Mise en scène als die technischen Paramter bzw. die bildexternen Konstituenten des bildinternen Feldes mitzudenken.
Funktionen und Aufgaben der Mise en scène
Der Mise en scène geht es darum dem Rezipienten den Bildinhalt lesbar zu machen. Die Mise en scène stützt sich dabei auf Vorwissen des Rezipienten, indem die abzubildenden Objekte nach konventionalisierten Wahrnehmungsmustern arrangiert werden (oder eben nicht nach konventionalisierten Mustern arrangiert werden). Folglich lässt sich daraus schließen, dass die Größenverhältnisse der abgebildeten Objekte innerhalb der Kadrierung ihre inhaltliche Bedeutung bestimmen und sich so gewisse Dominanzverhältnisse abbilden lassen. Eine weitere Aufgabe der Mise en scène ist die Räumlichkeit der Objekte und ihr räumliches Verhältnis untereinander erfahrbar zu machen. Produktionsseitig ist die Mise en scène also ein Prozess, der räumliche Phänomene in grafische Strukturen der Bildebene zu überführen hat mit dem Zweck, den Bildbetrachter in die Lage zu versetzen, aus diesen grafischen Strukturen wieder die Fiktion eines Raumes rekonstruieren zu können. Dies erreicht sie durch den Gebrauch perspektivischer Codes.
Raum und filmischer Raum
In Anlehnung an Rohmer (1980) wird der Raum des Filmes in drei verschiedene Kategorien
eingeteilt:
- Bildraum: Menge aller dargestellten Elemente
- architektonischer Raum: bei Betrachtung des Bildraumes lassen sich i.d.R. Strukturen erkennen, die als Darstellung räumlicher Verhältnisse erkannt werden. Diese Interpretation wird geleitet durch perspektivische Codes.
- filmischer Raum: ist die Menge aller architektonischen Räume, die sich zu einem grösseren, kontinuierlichen Raum ergänzen, der aber nie vollständig abgebildet werden kann oder muss, da die Konstruktion dieses Raumes im Kopf des Zuschauers geschieht. Folglich beinhaltet er also Bereiche des Offs.
In Wahrheit hat der Zuschauer nicht die Illusion des wirklich gefilmten, sondern die eines virtuellen Raums, den er mit Hilfe der fragmentarischen Einzelteile, die der Film ihm liefert, in seiner Vorstellung zusammensetzt.(Eric Rohmer)

